Niederlagen vs Erfolg

by rk-f on 8. Juni 2011

„Jeder kreative Mensch muss lernen, mit Niederlagen umzugehen, denn Niederlagen sind ebenso unausweichlich wie Sterben oder Steuern. Wenn Leonardo, Beethoven und Goethe haben Niederlagen hinnehmen müssen, was macht Sie glauben, dass Ihnen das erspart bleibt?

Ich will Niederlagen nicht rosarot anmalen wie etwa durch das Cliché „Wenn Sie noch nicht abgestürzt sind, dann nur, weil Sie zu wenig Risiken eingegangen sind” – schon gar nicht, um Sie dahingehend zu ermutigen, allzu oft zu scheitern. Glauben Sie mir, der Erfolg ist dem Scheitern allemal vorzuziehen. Aber das Scheitern beinhaltet eine therapeutische Kraft. Es reinigt. Es hilft Ihnen, das beiseite zu lassen, was Sie nicht sind und erinnert Sie daran, was Sie sind. Scheitern macht bescheiden.

Die großartigsten Niederlagen sind private – solche, die Sie ganz alleine und ohne fremde Beobachter in Ihren abgeschlossenen Räumen erleben. Private Niederlagen sind großartig! Ich möchte Sie dazu ermuntern, ganz oft im Stillen zu scheitern. Im Hinblick auf Effizienz wird Sie das nicht allzu viel kosten – je häufiger Sie an etwas scheitern, desto länger dauert es, zum Ende zu kommen – aber niemand hat Sie dabei beobachtet … niemand hat’s gesehen! Ihre ganz privaten (kleinen) Niederlagen sind die, die als erstes im Papierkorb landen, die Skizzen, die auf dem Boden ausgebreitet lagen, die Textentwürfe, die Sie in Ihrem Notizbuch herumgetragen haben. Es sind die nicht allzu guten Ideen, die Sie verworfen haben – auf dem Weg, um die zu finden, die großartig ist.”

Twyla Tharp, The Creative Habit

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